Hier gibt es in Kürze mehr Informationen zum religiösen Leben in Neubeschenowa. Die Geschichte der Kirche und ihrer Gemeinde ist bereits in der historischen Zeittafel aufbereitet.
Ein Interview mit dem aktuellen Priester der katholischen Gemeinde Neubeschenowa hat die Pressestelle der Diözese Temeswar im August 2026 veröffentlicht.
„Magnificat anima mea Dominum“ – Interview mit Pfr. Bonaventura Dumea anlässlich seines 60-jährigen Priesterjubiläums
„Magnificat anima mea Dominum“ – mit diesen Worten der Freude und des Lobes der Heiligen Jungfrau Maria hat Pfr. Bonaventura Dumea seine sechs Jahrzehnte im Priesterdienst begleitet. Anlässlich seines diamantenen Jubiläums erklingt dasselbe Dankeslied im Zeugnis eines Lebens voller unerschütterlichen Glaubens und demütiger Hingabe im Dienst an Gott und den Menschen.
Am ersten Tag des Monats Mai dieses Jahres wurde auf der Facebook-Seite der Gemeindeverwaltung von Billed folgender Beitrag veröffentlicht: „Liebe Einwohner von Billed, heute richten wir einen Gedanken der Wertschätzung und Dankbarkeit an den katholischen Pfarrer Bonaventura Dumea, der am 1. Mai 1966 in Alba Iulia/Karlsburg zum Priester geweiht wurde. Seit April 1988 bis heute dient der Priester mit Hingabe der Gemeinde in Billed sowie den Gläubigen aus den umliegenden Ortschaften und ist eine ständige geistliche Stütze für alle, die seine Schwelle überschreiten. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums laden wir alle, die daran teilnehmen möchten, zur Jubiläumsmesse ein, die am Sonntag, dem 3. Mai, um 17:00 Uhr stattfindet. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!“ Bei dem Dankgottesdienst waren auch Mitglieder des Pressebüros der römisch-katholischen Diözese Temeswar anwesend, die Pfr. Bonaventura Dumea anschließend baten, den Lesern der Website der Diözese anlässlich dieses Jubiläums einige Gedanken mitzuteilen.
Herr Pfarrer, wie sahen Ihre ersten Schritte auf dem Weg zu Ihrer Berufung aus?
Ich wurde am 31. Januar 1940 im Dorf Adjudeni im Kreis Neamț geboren, das etwa 10 km von der Stadt Roman entfernt liegt. Im 17. Jahrhundert kam ein Gesandter aus Rom im Auftrag des Papstes, der einen Bericht über die Lage der katholischen Gläubigen in der Moldau verfasste. (Es handelt sich um Marko
Bandulovič/Bandini [1644–1650], einen Missionar und Franziskanerpater bosnischer Herkunft, der später römisch-katholischer Erzbischof und apostolischer Administrator der katholischen Gläubigen in der Moldau wurde – Anm. d. Red.) In diesem Bericht wird auch das Dorf Gsiuda falva erwähnt. Mein Urgroßvater väterlicherseits kam aus Siebenbürgen in diese Gegend, weshalb er im Dorf als „Secuiul“ (der Sekler) bekannt war, obwohl er kein Ungarisch sprach. Damals hatten die Menschen keine Nachnamen im eigentlichen Sinne des Wortes. Im Dorf waren sie bekannt als „a lu‘ Clopotaru“ (des Glöckners), „a lu‘ Dascălu“ (des Lehrers/Kantors), „a lu´ Secuiu“ (des Seklers) usw., wodurch man sie leichter identifizieren und sich merken konnte. So waren auch wir bekannt: „a lu‘ Clopotaru“ (des Glöckners). Im Laufe der Zeit heirateten die Kinder dieser Familien auch in den Nachbardörfern Buruienești und Săbăoani. Erst unter Fürst Alexandru Ioan Cuza, mit der Einführung des Zivilgesetzbuchs von 1865 und der Modernisierung der staatlichen Verwaltung, wurden die Familiennamen offiziell und dauerhaft in Urkunden festgehalten. Damals wurde auch der Name Dumea zum ersten Mal „zu Papier gebracht“.
Die Grundschulklassen besuchte ich in meinem Heimatdorf; damals wurde dies als „Zyklus I“ bezeichnet, der vier Klassen umfasste. Den „Zyklus II“ bis zur 7. Klasse absolvierte ich in Săbăoani. Dort war 1926 das erste Noviziat der Franziskaner-Konventualprovinz (Minoriten) in Rumänien eröffnet worden. Es war ein großer Ort mit 7.000 bis 8.000 Einwohnern; heute hat er etwa 10.000 Einwohner und vier römisch-katholische Kirchen. In der gesamten Region des Siret-Tals, auf beiden Seiten des Flusses, gab es keine orthodoxen Dörfer und nicht einmal eine einzige orthodoxe Familie. Das Dorf Adjudeni hatte etwa 4.000 Einwohner und stets drei Priester, da es den Franziskanerpatres nicht gestattet war, allein zu wohnen. Zu
einer bestimmten Zeit stammten die meisten Priester aus der Moldau aus meinem Heimatdorf. Auch aus meiner Familie wurde mein zwei Jahre jüngerer Bruder, Claudiu Dumea, Priester. Er veröffentlichte über 60 Bücher, ist jedoch im Herbst 2019 zum Herrn heimgegangen.
Wie viele Geschwister hatten Sie?
Wir wären insgesamt sieben gewesen, doch das erste Kind unserer Eltern starb ein oder zwei Wochen nach der Geburt. So wurde ich der Älteste unter den überlebenden Geschwistern. Heute lebt leider nur noch einer meiner Brüder; er wohnt in Roman. Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen wir von meiner Großmutter zurück in unser eigenes Haus. Während des Krieges wohnten wir bei ihr, da ihr Haus eher am Rande des Dorfes lag, wo es wegen der Bombenangriffe weniger gefährlich war. Dort, im Siret-Tal, flogen die russischen und rumänischen Flugzeuge so tief, fast bis auf die Dächer der Häuser. 1944 war ich vier Jahre alt und erinnere mich noch daran, dass wir sowohl russischen als auch deutschen und rumänischen
Soldaten begegnet sind. Sie kamen mit Lastwagen und versammelten sich in den Höfen einiger Familien, um ihr Essen zu kochen. Uns Kinder schickten sie los, um Tomaten zu stehlen und sie zum Kochen zu bringen. Sie beschlagnahmten alle Tiere im Dorf und schlachteten sie. Wer sich widersetzte, wurde erschossen. Meine Mutter und meine Verwandten fragten die russischen Soldaten manchmal, ob sie
verheiratet seien und ob sie zu Hause eine Familie hätten. Einer von ihnen hob drei Finger hoch und zeigte damit an, dass er drei Kinder habe. Während der Bombardements schliefen wir in einem Keller, einem in den Boden gegrabenen Schutzraum im Garten. Am Rande des Dorfes befand sich eine freie Fläche, die wir „Lunca“ (Wiese) nannten, zwischen Adjudeni und Tămășeni. Dort spielten wir Kinder. Als die Flugzeuge über uns flogen und mit Maschinengewehren schossen, wurde direkt auf der Straße, drei Häuser weiter, ein Kind getroffen. Meine Großmutter hatte ein großes, geräumiges Haus. Mein Großvater war bei einem Unfall im Wald ums Leben gekommen, und meine Mutter war die jüngste der drei Schwestern. Der einzige Sohn meiner Großeltern, mein Onkel und zugleich mein Pate, wurde 1941 zum Militär eingezogen und nach Stalingrad geschickt, von wo er nie zurückkehrte. Ich erinnere mich, dass ich ihn nur ein einziges Mal gesehen habe: Er kam in Militäruniform nach Hause und besuchte uns bei meiner
Großmutter, bei der wir wohnten. Er kam zusammen mit einem Kameraden an, und als sie abreisten, fuhren wir beide mit dem Pferdewagen zum Bahnhof in Roman. Er ging fort und kehrte nie wieder zurück, und meine Großmutter wartete ein Leben lang auf ihn. Es gab Soldaten, die nach fünf oder sogar sechs Jahren aus Sibirien zurückkehrten. Deshalb lebte meine Großmutter immer in der Hoffnung, dass auch ihr Sohn zurückkehren würde. Vergeblich baten ihre Töchter, die bereits verheiratet waren und in ihren eigenen Häusern lebten, sie, zu ihnen zu ziehen; meine Großmutter blieb zu Hause und wartete auf ihren Sohn. Sie sagte immer: „Wenn er doch zurückkommt und ans Fenster klopft, soll jemand da sein, der ihm
öffnet …“
Stammen Sie aus einer gläubigen Familie?
Ja, aus einer sehr gläubigen Familie. Ich erinnere mich noch heute daran, wie mein Vater und meine Mutter jeden Abend auf der Veranda des Hauses knieten und wir gemeinsam den Rosenkranz beteten. Mein Vater war Schüler an einem Franziskanergymnasium gewesen. Zwischen Roman und Pașcani liegt das Dorf Hălăucești, eine recht große katholische Ortschaft, in der es ein Gymnasium der Franziskanerminoriten gab. Dort war mein Vater mit vielen von denen in einer Klasse, die später Priester werden sollten. Nach dem Schulabschluss setzte er sein Studium jedoch nicht fort. Er brachte eine Kiste voller religiöser Bücher und Broschüren mit nach Hause. Ich entdeckte diese Kiste und holte, wann immer ich die Gelegenheit dazu hatte, etwas zum Lesen heraus. Sie gefielen mir sehr gut, denn vor dem Krieg wurde einfach und in einer ansprechenden Sprache geschrieben. Solange ich zu Hause war,
entdeckte ich immer wieder ein Buch aus dieser Kiste.
Aber wie bereits erwähnt, war ich nach der vierten Klasse nicht mehr allzu oft zu Hause. Die Klassen 5 bis 7 besuchte ich in Săbăoani. Die erste Klasse des Gymnasiums habe ich in Roman abgeschlossen; zwischen 1955 und 1956 besuchte ich das zweite Jahr an der Kantorschule in Alba Iulia/Karlsburg, und zwischen 1956 und 1958 das dritte und vierte Jahr an der Kantorschule in Iași/Jassy. Die Abiturprüfung habe ich im Juni 1958 abgelegt. Ebenfalls im Juni 1958 wurde ich am römisch-katholischen Theologischen Institut in Iași, das den Status einer Hochschule hatte, zugelassen, das ich 1964 abschloss. Damals waren die Leute im Dorf der Meinung, dass diejenigen, die ihre Kinder nach Abschluss der vier Grundschulklassen zur weiteren Ausbildung an andere Schulen schickten, gewissermaßen Anhänger des Kommunismus seien. Sie schauten uns etwas schief an: „Was wollen die denn?“ Die Macht der Kommunisten und der von Petru Groza geführten Regierung hatte sich 1947 nach der Abschaffung der Monarchie gefestigt. Ich sehe die Fahnen aus jener Zeit noch heute vor mir. Aber mein Vater war fest entschlossen, dass ich meine Ausbildung fortsetzen sollte. So verließ ich mein Heimatdorf. Auch die Ferien verbrachte ich nicht allzu oft zu Hause, da mich einige Priester, die mich gern hatten, einluden, ein paar Tage in ihren Pfarreien zu
verbringen.
Ihre Berufung zum Priester hat also ihre Wurzeln in Ihrer Kindheit?
In gewisser Weise, ja. Zu Hause in Adjudeni hatten die Franziskaner eine enge Verbindung zu uns Gläubigen. Und als der Staat die katholischen Priesterseminare schloss, suchten sehr viele Schüler der Franziskanerschulen, sogar Theologiestudenten, Zuflucht in Adjudeni. Dort gab es ein zweistöckiges Haus mit vielen Zimmern; im Dachgeschoss waren die Schlafräume eingerichtet. Einige von ihnen trugen bereits die Ordenskleidung. Da sie jung waren, spielten sie oft Volleyball im Kirchhof, kümmerten sich aber auch um uns, um die Kinder aus dem Dorf. Und die Dorfbewohner waren bereit, ihnen zu helfen.
Zum Beispiel wurde der Priester bei der Haussegnung nach Neujahr nicht nur von Ministranten begleitet, sondern auch von Mitgliedern des Kirchenrats, die dort „Kirchenjungen“ genannt wurden. Die Gruppe wurde zudem von einem Karren begleitet, in dem die Spenden der Gläubigen gesammelt wurden. Damals galt dies als Beitrag an die Kirche. Was von den Menschen gesammelt wurde – Weizen, Mais, Bohnen, Kartoffeln, Eier usw. – wurde in einen „Stamboal“ gegeben, ein etwa 20 Liter fassendes Gefäß, das zum Abmessen von Getreide verwendet wurde. Ich weiß nicht, ob dieses Wort im Banat bekannt ist. Als sie bei uns ankamen, fragte mich der Priester, der das Haus geweiht hatte, was ich später einmal werden wolle. Ich antwortete ihm, dass ich Priester werden wolle. Ich war damals erst 3–4 Jahre alt. Später in der Schule lernte ich recht gut. Im Sommer ging ich oft zur Arbeit, zusammen mit meiner Mutter oder Verwandten, mit der Hacke auf der Schulter, zu Fuß. Mein Vater war Beamter und arbeitete bei verschiedenen Rathäusern.
Ich wurde vom Märtyrerbischof Anton Durcovici gefirmt.
In Săbăoani befand sich das Gebäude der Franziskaner neben der Kirche und hatte einen sehr großen Hof, so groß wie ein Fußballfeld, vielleicht sogar noch größer. Auf der einen Seite befand sich der Schlafsaal der Jungen, auf der anderen der der Mädchen, und wir aßen im Internat zu Abend. Wir blieben die ganze Woche dort; nur am Samstagnachmittag kehrte ich nach Hause zurück. Es war zwar bereits
eine staatliche Schule, doch wir Schüler beteten vor und nach dem Mittagessen im Stehen, so wie wir es zu Hause gelernt hatten, und die Lehrer haben uns nie daran gehindert.
Bei einer Klausur über den Ursprung des Menschen schrieb ich alles auf, was ich über Darwins Evolutionstheorie gelernt hatte, aber am Ende, ganz unten auf der Seite, notierte ich auf Russisch: „Nichts davon ist wahr.“ Acht Jahre lang habe ich Russisch gelernt und habe es bis heute nicht vergessen. Ich erinnere mich auch an ein Lied: Широка страна моя родная, / Много в ней лесов, полей и рек! / Я другой такой страны не знаю, / Где так вольно дышит человек. „Weit ist mein Heimatland, viele Wälder, Felder und Flüsse hat es. Ich kenne kein anderes Land wie dieses, in dem der Mensch so frei atmet.“
In Wirklichkeit mussten die Menschen jedoch ihre Abgaben („cotele“) abgeben. In den 1950er Jahren schrieb der kommunistische rumänische Staat die obligatorische Abgabe von Quoten der landwirtschaftlichen Produktion (Fleisch, Getreide, Milch, Wolle) vor, die einen bedeutenden Teil des Haushalts jeder Familie ausmachten, und deren Nichtablieferung als schwerwiegender Sabotageakt galt.
Die Bauern waren gezwungen, einen großen Teil ihrer Ernte abzugeben, und manchmal überstiegen die geforderten Mengen sogar die tatsächliche Ernte, sodass ihnen keine Nahrung mehr blieb. Ein Verwandter von mir musste zum Beispiel die Fleischquote – ein Schwein – abgeben, besaß aber nicht einmal ein Ferkel. Er war gezwungen, ein Schwein von anderen zu kaufen, um nicht bestraft zu werden.
Auf den Kirchhof fuhr ein Lastwagen vor, auf den die gesammelten Lebensmittel verladen wurden, und währenddessen mussten die Anwesenden singen: „Ehre sei Stalin, Ehre singen wir. Auf seinem Weg schreiten wir mutig voran…“
In Săbăoani sprachen die gebildeteren Schüler offen über diese Dinge. In dem langen Schlafsaal mit über zehn Betten waren auch drei Mitglieder des Kommunistischen Jugendverbands (UTC) bei uns. Später wurden sie Mitglieder des Arbeiterjugendverbands (UTM). Fast jede Nacht führten wir Diskussionen: Sie
verteidigten die Kollektivierung, wir sprachen uns gegen den Kommunismus aus. Sie sagten, sie wollten Kolchosen gründen, und wir antworteten ihnen, dass wir wüssten, was in Bessarabien geschehen sei, wo die Russen den Kolchos eingeführt hatten und die Menschen nicht einmal die Mittel hatten, ihre Toten zu begraben. Sie hatten kein Geld, um Särge zu kaufen; der Verstorbene wurde in ein Tuch gewickelt und so ins Grab gesenkt. Damals kursierte sogar ein Lied: „Du wolltest die Kollektivierung, jetzt liegst du zusammengekrümmt im Sack.“ Irgendwann haben uns die UTC-Leute wohl verpetzt. Eines Tages wurden etwa 10–15 Jungen, darunter auch ich, vor die Führung gerufen und aufgefordert, aufzuschreiben, womit wir gegen die Ordnung und das kommunistische System verstoßen hatten. Als Strafe wurden wir für zwei Monate von der Schule verwiesen.
Haben Sie es geschafft, die sieben Klassen abzuschließen?
Ja. Später habe ich erfahren, dass ich doch Glück hatte, denn die Vertreter der kommunistischen Machthaber wollten uns endgültig von der Schule verweisen, ohne dass wir jemals wieder unsere Ausbildung fortsetzen könnten. Da sich die Aufnahmeprüfungen an der Kantorschule in Alba Iulia stark verzögert hatten, habe ich mich, um das Schuljahr nicht zu verlieren, am Gymnasium in Roman beworben.
Erst nach Abschluss dieses Schuljahres gelang es mir, mich an der Kantorschule in Alba Iulia einzuschreiben, wo ich ein Jahr lang lernte. Von dort aus ging ich nach Iași, wo ich mein Studium acht Jahre lang fortsetzte.
Warum haben Sie sich nicht direkt in Iași eingeschrieben?
Weil das Priesterseminar in Iași noch nicht eröffnet war. Die kommunistische Regierung hatte 1948 alle katholischen Schulen geschlossen, darunter auch das Katholische Priesterseminar in Iași, und die römisch-katholischen Bistümer von Bukarest, Satu Mare/Sathmar, Oradea/Großwardein und Timișoara/Temeswar
aufgelöst. Für die Ausbildung der Priester blieb nur noch das Priesterseminar in Alba Iulia übrig, doch Bischof Áron Márton befand sich ebenfalls im Gefängnis. Der Unterricht in Iași wurde erst am 25. Oktober 1956 – diesen Tag werde ich nie vergessen – im Gebäude auf dem Copoului-Hügel, dank Msgr. Petru Pleșca, Pfarrer von Grozești/Oituz und damals Ordinarius Substitutus, wieder aufgenommen. Das Gebäude war verwüstet. In Alba Iulia waren wir einige Schüler und Studenten aus der Moldau, aus der Bukowina, aus der Erzdiözese Bukarest, aber auch aus dem Banat, die kein Ungarisch sprachen: Bulgaren, Deutsche (Schwaben), Kroaten, Rumänen usw. Im Frühjahr kam Pfr. Pleșca nach Alba Iulia, versammelte alle von uns, die kein Ungarisch sprachen, und sprach mit jedem einzelnen von uns. Im Herbst wurde uns mitgeteilt, dass wir unser Studium in Iași fortsetzen könnten. Das Seminar von Iași funktionierte unter dem Namen „Rumänische Abteilung des römisch-katholischen Theologischen Instituts (mit Universitätsrang) in Alba Iulia“.
Wer hat Sie zum Priester geweiht?
Bischof Áron Márton, am 1. Mai 1966 in Alba Iulia. Pfr. Alajos Gál, mein Klassenkamerad und sehr guter Freund, war zu einer Zeit auch Chorleiter. Er bereitete die Sänger sowohl in rumänischer als auch in lateinischer Sprache auf die Heilige Messe meiner Priesterweihe vor. In der Kantorschule teilte ich mir eines Nachts das Bett mit ihm, da sich Mäuse in seinem Bett eingenistet hatten.
Welche war die erste Pfarrei, in der Sie im Bistum Temeswar tätig waren?
Nach der Priesterweihe und der Primiz – also der ersten Heiligen Messe, die ich in meinem Heimatdorf zelebrierte – war ich von Oktober 1966 bis März 1968 Kaplan in der Pfarrei Jahrmarkt mit den Filialen Überland und Cerneteaz. Von April 1968 bis November 1979 war ich Pfarrer in Slatina an der Temesch, zu der auch Alt-Sadowa und Teregova gehörten, und von Dezember 1979 bis Dezember 1986 war ich in Herkulesbad tätig, mit den Filialen Mehadia, Topletz und Schumitza. Danach kehrte ich von Dezember 1986 bis April 1988 nach Jahrmarkt zurück. Die nächste Pfarrei war Lovrin, und ab 1988 wurde ich nach Billed berufen, mit den Filialen Alexanderhausen, Neubeschenowa, Kleinbetschkerek und Ujhel. Ich habe
mich für die Diözese Temeswar entschieden, weil ich in der Kantorschule in Alba Iulia viele Studenten aus dem Banat kennengelernt hatte, darunter Pfr. Nikola Nakov aus Altbeschenowa und Pfr. Mihai Babeu aus Slatina an der Temesch. In Jahrmarkt war zu der Zeit, als ich dort Kaplan war, der spätere Bischof Sebastian Kräuter Pfarrer. Den Religionsunterricht in der Pfarrei hielt ich auf Deutsch ab.
Wo haben Sie Deutsch gelernt?
In der Schule, aber auch in Jahrmarkt. Ich habe auch Griechisch gelernt, und Russisch habe ich acht Jahre lang studiert. Ich dachte mir, wenn Bessarabien eines Tages befreit würde, bräuchte man dort Priester, die Russisch beherrschen, und ich könnte dort meinen Dienst verrichten. Letztendlich sind mir meine
Russischkenntnisse zugutekommen, denn in Herkulesbad, wo ich sieben Jahre lang gedient habe, kamen Touristen und Patienten aus ganz Europa und sogar aus Südamerika. Die Gläubigen nahmen auch an der Heiligen Messe teil. Wenn eine größere Gruppe aus Siebenbürgen da war, beteten wir auch auf Ungarisch. Aus Polen kamen manchmal sogar bis zu 90 Personen auf einmal. Da ich auch die tschechische Gemeinde in Schumitza betreute, lernte ich nach und nach auch ihre Sprache. Zunächst kaufte ich mir Bücher und lernte die Gebete auf Tschechisch. Ich habe viele Freundschaften mit Menschen geschlossen, die Herkulesbad besuchten und auch an den Gottesdiensten teilnahmen. 20 Jahre lang bin ich in meinen Urlaubsjahren gereist, um Priester aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und sogar aus Frankreich in deutschsprachigen Pfarreien zu vertreten. Bevor ich nach Herkulesbad kam, war Pater Mihály Godó SJ, ein aus Dorobanți (Arad) stammender Jesuit, dort Pfarrer. Er verbrachte zehn Jahre im Gefängnis, weil er sich den Versuchen der kommunistischen Behörden widersetzte, die Verbindungen der römisch-katholischen Kirche zum Heiligen Stuhl zu unterbrechen. Die Gläubigen erzählten mir später, dass er trotz der schweren
Jahre, die er in den kommunistischen Gefängnissen – in Jilava, Pitești oder Râmnicu Sărat – verbracht hatte, den Mut besaß, das Regime weiterhin zu kritisieren. 1979 wurde er erneut verhaftet.
Solange ich Pfarrer in Slatina an der Temesch war, waren wir räumlich gesehen „Nachbarn“. Deshalb bat mich das Ordinariat in Temeswar nach seiner Verhaftung, nach Herkulesbad zu fahren, um dort anstelle des Pfarrers die Heilige Messe zu feiern. Er wurde in Karansebesch und in Reschitza vor Gericht gestellt; manchmal nahm auch ich zusammen mit einigen Gläubigen an den Gerichtsverhandlungen teil. Er wurde des illegalen Handels beschuldigt, da er Kultgegenstände – kleine Statuen des Heiligen Antonius und Rosenkränze – verkaufte und sich in seinen Predigten gegen den Atheismus ausgesprochen hatte. Er wurde verurteilt und ins Gefängnis nach Bukarest gebracht. Solange ich in Herkulesbad seine Vertretung
wahrnahm, hatte ich nur die Schlüssel zur Kirche, da das Pfarrhaus von der Miliz verschlossen und versiegelt worden war. Erst nach einigen Monaten durfte ich das kleine Zimmer betreten, in dem Pfarrer Godó gewohnt hatte. In Slatina an der Temesch, wohin mich Msgr. Konrad Kernweisz, Ordinarius substitutus, entsandt hatte, gab es mehrere junge Männer, die sich für die Priesterberufung entschieden
hatten: die Brüder Dirschl – Johann, heute Generalvikar, und Mates, Pfarrer von Neuarad – sowie Petru Muțiu und Martin Neagu, die leider bereits zum Herrn heimgegangen sind. In Alt-Sadowa gab es damals etwa 600 Gläubige, von denen 200 jeden Sonntag in die Kirche kamen. Sie sprachen einen deutschen Dialekt, der sich vom schwäbischen unterscheidet. Heute finden die Menschen alle möglichen Ausreden, um nicht mehr in die Kirche zu kommen.
Anlässlich Ihres 60-jährigen Priesterjubiläums: Welchen Gedanken möchten Sie jungen Menschen mit auf den Weg geben, die sich für die Priesterberufung entscheiden?
Ja, am Sonntag, dem 3. Mai 2026, habe ich in der Pfarrkirche von Billed die Dankesmesse anlässlich meines diamantenen Jubiläums, also meines 60-jährigen Priesterjubiläums, gefeiert. Seit 38 Jahren bin ich in dieser Pfarrei tätig. Den jungen Menschen möchte ich ans Herz legen, gründlich nachzudenken und niemals die Worte Jesu zu vergessen: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“
Vielen Dank für das Gespräch.