Mundart

 

Anmerkungen von meiner Seite aus und Leseregeln

Auf die hier vorliegende Schreibweise für das Neubeschenowarische bin ich nach einer Zeit von etwa 1 ½ Jahr intensiver Nachforschung gekommen. Ich habe ver-schiedene Mundarttexte aus dem Gebiet, aus dem, gemäß der Chronik von Neube-schenowa, unsere Urahnen kamen, verglichen, wodurch ich zu sehr interessanten, ja späktakulären Ergebnissen, wie ich finde, gekommen bin. Aus dem Vergleich der Mundarttexte aus einigen Gedichteanthologien aus verschiedenen Gegenden aus dem Saarland und auch aus der Pfalz, ist deutlich sichtbar, dass unser Dialekt eine Mischung ist und als eben diese Mischung ist unser Neubeschenowarische das Original, ein zweites ist nirgends zu finden. Ich konnte dadurch aber auch die Sprachelemente, woraus unser Dialekt besteht, jeweils den Gebieten zuordnen, wo sie auch heute noch, oft genauso, gesprochen werden. Es handelt sich dabei aber um Ähnlichkeiten/Schnittmengen, die eben kleiner oder größer sind. Mein Problem war in erster Linie,  für gewisse Laute im Neubeschenowarischen, die es im Schriftdeutschen aber nicht gibt, eine Notation zu finden, also wie schreibe ich es? Ich konnte mir zwar Anregungen aus den oben genannten Mundarttexten nehmen. Aber Mundartschrift ist keine ofizielle Standartschrift und jeder kann im Prinzip schreiben wie er will. Dabei lehnt sich jeder mehr oder weniger an die deutsche Standartschrit an. Ohne jedwelche Kompromisse ist es sehr mühsam zu lesen, denn das Schriftbild ist ja weitgehend auch eine Gewohnheitssache, weil man es ja nicht in der Schule lernt. Weil aber Mundart allgemein für eine kleine Gruppe geschrieben wird, die ja ihren Klang im Ohr hat, tut man sich Mundart letztendlich zurecht lesen, also folgt beim Lesen eine Übereinstimmung von gewohntem Klang und Schrift, was aber eben auch einer gewissen Gewöhnung bedarf. Wie man Sprache schreibt, ist ja letztendlich immer eine Konvention innerhalb einer Gruppe. Eine hundertprozentige Wiedergabe vom Buhstaben (als Laut) und seiner Schrift (als Zeichen, Bild)/Phonetisierung, sowie auch Satzbau/Syntax, Rechtschreibung/Ortographie, gibt es in keiner Sprache, erst recht nicht in der Mundart.

Ich konnte somit Wörter regelrecht, vor allem aus dem Trierischen, Luxemburgi-schen, Mettlachischen und Saarlouisischen – das Gebiet Obermosel-Untersaar, aus dem unsere Uhrahnen hauptsächlich kamen, wobei die Schwarzwälder eine extra Geschichte ist, s.a. Chronik – abschreiben, musste aber eine eigene Notation erfinden für diese Laute, weil es diesbezüglich keine allgemeine Verwendung gibt. Dabei haben manche Buchstaben mit Sonderzeichen verwendet, wie z. B. Á,á; Àà; Èè; Éé; Ëë; Òò; Óó, manche Buchstabenkombinationen, wie z. B. Ao/ao, Oa/oa, Ou/ou, für Vokale die nicht hell, sondern verdumpft, also Zwischenlaute, sind.

Diejenigen die ich mir dann für das Neubeschenowarische (aus einer Tabelle) herausgesucht habe, sind folgende:

Ã, ã   =  A,a  zu O, o hin ziehend (dumpf), um von A (klar) zu unterscheiden

wie in: Ããi/Ei; ããnz/eins; zwãã/zwei; blããich/bleich; Dããch/Tag;                           Dããich/Teig; Fãser/Faser; Frãã/Frau; Hããm/Heim; kãfen, kããft/kaufen,                     gekauft; Sicherhãt/Sicherheit; Stããn/Stein; wããich/weich; Zãjer/Zeiger;                Zãijchen/Zeichen; Zããl/Zahl; egããl/egal; Amerikãner/Amerikaner; brããv/brav

Ë, ë   = zwischen E, e und I, i, um von E (klar) zu unterscheiden,

[Ist wichtig, um Verunsicherungen zu vermeiden, wie in: Heft/Heft und

Hëft/Hüfte; Stëck/Stück und Stecken/Stecken, Stock]

wie in: ënn/in; ëmmer/immer; fëren, gfëërt/führen, geführt; hëwen,                kõõf/heben, gehoben; hëren, këërt/hören, gehört; schön/schëën;                               Sprëtz/Spritze; Stëër/Stirne; stëren, gstërt/stören, gestört; tragen,                        getragen/trëën, getroon; Wënt/Wind; Wënter/Winter; Zëmmer/Zimmer;

Kënt/Kind; blënt/blind; hän, hät hëlt/er holt;

Õ, õ  = O, o  zu U, u hin ziehend (dumpf), um von O, o (klar) zu unterscheiden,

wie in: Dõõrscht/Durst; nõff/hinauf; õnn/und; õff/auf; õch/auch;                           rõff/herauf, õmm/um; sõ, sõõ/so; sõgoor/sogar; Wõõrscht/Wurst; Dõõr/Dorn;        Zõõr/Zorn;

Das geschriebene E,e kann dreierlei bedeuten:

1. E,e  = E, e (klar), außer wenn

2. E,e  = dumpfes A, a [Ə, ǝ – (Lautschrift)] (wie das Ă, ă im Rumänischen) in:

ge[ǝ]-: gemach/gemacht; geween/gewesen; gelëërt/gelernt; gelããf/gelaufen;

-ge[ǝ]-: abgemach/abgemacht; ousgelëërt/ausgelernt; ousgeleert/ausgeleert;            wächgelããf/weggelaufen;

be[ǝ]-: beriimt/berühmt, bemerkt/bemerkt; bekweem/ bequem;                             -be[ǝ]-: unbekweem/unbequem; unbemerkt/unbemerkt; ëberuuf/einberufen;

e[ǝ]/ein, wie in: e Mann/ein Man, e Jõng/ein Junge; Schdck/ein Stück;

            e[ǝ]n/ein, eine; wie in: en Houfen/ein Haufen, en Zoun/ein Zaun, en Frãã/    eine Frau; en Hous/ein Haus;

e[ǝ]n: Owen/Ofen; Growen/Graben; Mogen/Magen etc. bei Substantiven              und machen/machen; kããfen/kaufen; sëngen/singen; kõmmen/kommen;                hupsen/hüpfen, springen; schdräichen/streichen etc. beiVerben;

            (eventuell könnte man das e[ǝ] in –en auch wegfallen lassen, wäre vielleicht            noch genauerer, wie dann z. B.: Groown/Graben; Moogn/Magen; Houfn/                Haufen etc. bei Substantiven und machen/machn, brëngn/bringen, etc. bei           Verben, weil das  e[ǝ] in –en fast verschluckt wird, auch in der deutschen                   Schriftsprache.)

            e[ǝ]t/es, das;

e[ǝ]t: Owet/Abend; Arwet/Arbeit; Morjet/Morgen;

e[ǝ]tz: owe[ǝ]tz/abends; morje[ǝ]tz/morgends [nicht in jetz/jetzt];

-e[ǝ] (am Wortende), wie in: morje frii/morgen früh; kõmme merr/kommen            wir;

Es kann aber auch heißen: morjen nomëttach/morgen nachmittag;

kõmmen se/kommen sie; schderwen ous/sterben aus;

ob auf -e[ǝ] oder -e[ǝ]n die Endung, das wird in einem Trierischen Wörter-           buch als die N-Regelung bezeichnet, weil es auch in der trierischen Mundart      vorkommt. Es heißt dort: „ Das N kann im Trierischen bei Wörtern, die auf        N(n) fallen, auch wegfallen. Das hängt von dem Beginn des nachfolgenden           Wortes ab.

Beginnt das nachfolgende Wort mit A, D, E, H, I, N, O, T, U, Z bleibt das N      erhalten, wie in:

Ich/Äich hann hän heit noch nët gsiin./Ich habe ihn heute noch nicht                   gesehen.

n hatt schõn alles ëgerããmt./Er hat schon alles eingeräumt.

n hatt merr das gsoot. Wän hatt derr das gsoot? Na hän.

Er hat mir das gesagt. Wer hat dir das gesagt? Na er.

beginnt das nachfolgende Wort mit B, F, G, J, K, L, M, P, R, S, V, W fällt         das N weg.

Hän hatt schõ jetz, jezert Ängschdn./Er hat schon jetzt Angst.

Wi ich/äich hä gsiin hann, … ./Wie/ Als ich ihn gesehen habe… .

Hä këmmt mët. Wä këmmt mët? Na hän./

Er kommt mit. Wer kommt mit? Na er.

Das hat bei der Satzbildung dann jene Konsequenzen, dann, je nachdem               womit das nachfolgende Wort beginnt, das n einmal geschrieben steht und      ein anderes mal entfällt, wobei es aber dasselbe Wort bedeutet, wie z. B.:

auch bei nënndreen/hineindrehen; nënnimpfen/hinein impfen;                     nënnhëwen/hinein heben; nënnziin/hinein ziehen etc.

aber bei nëfallen/hinein fallen; nëkõmmen/hinein gekommen;                       nëschbrëtzen/hinein spritzen; nëbëkken/hinein bücken; nëlãfen/hinein laufen           nëmachen/hinein machen; etc.

Daraus ergibt sich dass:

ããn = ein, wenn ein betont wird | ã Mann = ein Mann,  ãn Zoun = ein Zaun |

Dazu kommt noch, dass

e[ǝ]e[ǝ]n = ein, wenn ein unbetont wird | e Mann… , en Zoun… |

ãmol = einmal |betont|

         e[ǝ]mol = einmal |unbetont|

Wann dou norr ãmol kõmmen tätscht.

Wann dou norr emol kõmmen tätscht./Wenn du nur einmal kommen würdest.

(Die Unterscheidung ist eine Gefühlssache.)

e[ǝ]ln: bëndeln/bünteln; zweiweln/zweifeln; Zwiwwel/Zwiebel; etc.

e[ǝ]lt: verhuddelt/zerstört, verdorben; gekrawwelt/gekrabbelt; etc.

3. E, e         = (ganz offenes A, a) wie in: Bäär/Bär, geer/gerne, färwen/färben,

und Ä, ä         Keren/Kern, leer/leer, Meer/Meer, Peerd/Pferd, Steren/Steren,                             schderwen/sterben; Weert/Wert; und zwar immer wenn nach E, e und                    Ää im Neubeschenowarischen ein r folgt; (Habe ich heraus                              gefunden, deshalb kann als allgemeine Regel definiert werden. Weil                     ich nicht noch einen vierten Laut mit Zusatzzeichen verwenden und                die Sache noch komplizierter machen wollte, habe ich mich an die                                 hochdeutsche  Schreibweise angelehnt. Wo im Hochdeutschen E, eÄ,              ä vor r steht,  habe ich es auch im Neubeschenowarischen dabei                          belassen.

Äi, äi = wie Ä + i, ä + i; steht für den getrennt gelesenen Zwielaut „ei“, wie             in: bäi kõmmen/bei kommen (aber nicht bei õns/bei uns); däin/dein;

mäin/mein; Präiß/Preis; Schdräit/Streit; wäichen/weichen; Wäin/Wein;                   Zäit/Zeit; Päif/Pfeife;

und „eu“, wie in: Fäijer/Feuer; fäicht/feucht; käichen/keuchen;

ou     = wie O + u, o + u; ist eine Wandlung vom Zwielaut  „au“, wie in: brauchen/           /brouchen; Haus/Hous; Lous/Laus; Mous/Maus; Zaun/Zoun; aber nicht                  konsequent durchgehend, wie in: Saum/Sããm; Taum/Trããm; kãfen/kaufen

Was nun die Dehnungen betrifft, habe ich mich für folgende Regel entschieden:

 

einfache Vokale in einer Binnensilbe, wie in: fëren/führen, hëren/hören, rëden/reden, schbëren/spüren, treden/treten, Besem/Besen, Growen/Graben, Mogen/Magen, Medchen/Mädchen, [anders in Mäddercher/Mädchen (Plural)], ãmol/einmal, [ããmol/einmal wenn betont], zwãtens/ /zweitens, kãnen/keiner|keinen, mãlen/mahlen, molen/malen, etc.

bei mehrsilbigen Wörtern am Wortanfang, wie in: Ãmer/Eimer, ãnen/einer|einen,

ãnerlei/einerlei, Owet/Abend, Õwen/Ofen, õwen/oben, etc.

dopellte Vokale bei allen einsilbigen Wörtern, wie in:

wenn die Betonung bei mehrsilbigen Wörtern auf die Ensdsilbe fällt, wie in:

 

Dehnung mit h fällt weg, weil unlogisch, wie z. B. in: mãlen/mahlen (Getreide);                  malen/molen (Bild); hëren/hören; fëren/führen; spëren/spüren; /kërenkehren;     Dehnung „ie“ fällt weg; wo i gedehnt wird, dann ii; wie in: Biir/Bier; kriit/kriegt                 (bekommt); Griiß/Gries; Riiß/Riese; Schdiir/Stier;

die > di; nur wenn betont wird dann dii;

wie > wi; nur wenn betont wird dann wii;

Wenn Dehnung, dann immer mit Vokalverdoppelung, wie in:

Ããi/EiÃã/Auge, Ëël/Öl, ããnz/eins, ããn/ein|eine, Bããm/Baum, Beem/Bäume, Nëër/Niere, geer/gerne, Scheer/Schere, Schdããn/Stein, Zõõr/Zorn, Frãã/Frau, frõõ/froh, geel/gelb, bloo/blau, brããv/banããl/banal, egããl/egl, Adwokããt/Advokat, gelããf/gelaufen, kããft/gekauft, getreet/getreten, gsoot/gesagt, Sããl/Saal, Bããl/Ball (Tanz), Mããl/Mahl, Meel/Mehl, Fããl/Falle, Schrõõt/Schrot, etc.

ks      = chscksx; wie in: Bõks/Hose; Bëks/Büchse; Fõks/Fuchs; Heks/Hexe;

Kw, kw = Qu, qu, wie in: Kwell/Quelle; kwëtschen/quetschen; Kwetschen/                       Zwetschgen; bekweem/bequem;

Schb, schb Sp, sp, weil eher weich ausgesproche wird, wie in: Schbrëtz/Spritze;

Schbalëër/Spalier; schbazëren/spazieren; Schbangl/Spange;                                  Schbill/Spiel; schbouzen/spucken; etc.

Schd, schd St, st, weil meine, dass es eher weich ausgesproche wird,wie in:                        Schdëck/Schdëcker; Schduul/Schdiil; Schdamm/Stamm;                                    Schdräck/Strecke; schdrekken/          strecken, schdrëkken/stricken; etc.

ck bleibt, wie in: Mëck, -en; Zõcker/Zucker; drëcken/drücken;

tz bleibt, wie in: Katz, -en/Katze, -n; Netz/Netz; Schbatz, -en/Spatz, -en; Ratz,-en/Ratte, -n; Schbrëtz/Spritze ; schbrëtzen/spritzen; kratzen/kratzen, rëtzen/ritzen,

V, v bleibt, wie in Vatter/Vater; Vugl, Vigl/Vogel, Vögel, Vërhang/Vorhang, vërschdellen/vorstellen, vër/vor; ver|va, wie in: ver|vahekst/verhext, verankert/ verankert, ver|vagëën/vergehen, ver|valëren/verlernen, vlëren|verlëren|valëren/verlieren, gvlõõr|vlõõr|verlõõr|valõõr/verloren, ver|vaschdëën/verstehen, –ver|va–  und –ver|va, wie in: Põlver|va/Pulver,

Ansonsten:

Die er – Silbe: 

Die er – Silbe ist gewissermaßen variabel, wechselhaft; dabei kann das r ganz verschwinden, dann wird er zu [ɐ], ein weit offenes A, a – (Lautschrift), was man entweder mit e‘ – der Apostrof steht für das weggefallene r -, oder mit a schreiben kann; kann auch nur schwach angedeutet werden, was wie ɐr klingt und kann ganz ausgesprochen werden, wobei er auch wie ɐr klingt, was man aber dan mit er schreiben würde.

B, D, G am Wortanfang werden immer härter angeschlagen, also zu  P, T, K hin ziehend, wie in:

Brõõt/Brot, Bliit/Blüte, Brii/Brühe, Bããl/(Tanz)Ball, Bluut/Blut, Bruut/Brut; bënnen/binden; bëkken/bücken;

dräi/drei, dõnkl/dunkel, Dënsdach/Dienstag, Dekken (o. Sg.)/Decke,-n, danke/-danke, dreen/drehen, drëkken/drücken;

Gluut/Glut, guut/gut, Geerscht/Gerste, Ganz/Gans, Grõnd/Grund, gräifen/greifen, und P, T, K teils weicher, wie in:

bõtzen/putzen, Bõsdn/Posten, Blõõch/Pflug, Blooch/Plage, Bõst/Post;  Braum/Pflaume, Babëër/Papier; Bubeler/Schmetterling;

dãmisch/taumelig, Dësch/Tisch, Dõõch/Tuch, Dõõt/Tod, Dããl,-er/Teil, -e, Dããl, Deeler/Tal, Täler, drënken/trinken, Dann/Tanne, Dããch, Deech/Tag,-e, Dããf,-en/ /Taufe, -n, Deppich/Teppich; Dëër, -en/Tür, -en; Dõõrt, -en/ Torte, -n,

Dõõr,-er/Tor, -e,  Dëppen, (o. Sg.)/Topf, Töpfe ; Dittl/Tittel, Drããm/Taum;

Grõmpër/Kartoffel, Guggertz/Mais, Gräiz/Kreuz, glããn/klein, Grëk/Krücke, gatscheln/wippen;gluntschen/ /schaukeln;

also zu B, D, G hin ziehend, als auch

hart/gehaucht (Ph, Th, Kh), wie in:

pëkken/picken, Pëll/Pille, Päll/Pelle, Põpp/Puppe, Pëkelchen/Pickel, Pëder, Pitt/Peter, Pann/Pfanne, Peert/Pferd, Päif/Pfeife;

Tënt/Tinte, Teller/Teller, Tuut/Tüte, trëën/tragen, Tauf/Taube, Turm/Turm, turnen/turnen; Teller/Teller; Trauer/Trauer;

Këndt/Kind, kennen/können|kennen, kãfen/kaufen, kããft/gekauft, Kräit/Kreide, Kõõrscht/Kruste, Keren/Kern, këren/kehren, këërt/gekehrt,  Kammer/Kammer, Karfiol/Blumenkohl (österr.),kennen/können; kõmmen/kommen. këmmern/kümmern, Kopp/Kopf, Kräit/Kreide, kõll/geholt, genommen, kang, kong/gehangen; Këërz/Kerze;

Um hier eine allgemeine Regel aufzustellen, müsste man sich untereinander austauschen und absprechen.  Deshalb habe ich nur dort wo P, T, K auch im Neubeschenowarischen hart ausgesprochen werden, wie Ph, Th, Kh klingend, auch P, T, K geschrieben und in allen anderen Fällen mit B, D, G, um sie wiederum voneinander zu unterscheiden. Das mag auf den ersten Blick wohl befremdlich, weil ungewohnt, ausschauen. Ich bevorzuge es aber der Schreibweise Ph, Th, Kh, was beim Struwwelpeter-Projekt allgemeiner Konsens ist, weil es schon recht exotisch aussieht und ich dies hier in Deutschland bei all meinen bis jetzt angetroffenen Mundarttexten noch nirgends gesehen habe.

Mein Grundgedanke bei der Erstellung der Schreib- und Leseregel für das Neubeschenowarische ist der, dass ich eine Regel erstelle, die möglichst durchgehend und konsequent befolgt und verfolgt werden kann (dass ich z. B. nicht einmal Kuh

und ein anderes mal Kuu schreibe, oder Brõt und Brõõt, oder Ruh und Ruu, Ruf oder Ruuf, oder Stier, Stiir, Schtier, Schdier und Schdiir, Kënd und Kënt, etc.).

Kompromisse mit der deutschen Standartschrift habe ich gemacht bei:

Übrigen ist auch in der deutschen Standartschrift nicht alles logisch und konsequent, was z. B. die Dehnungen wowohl mit ie als auch mit h betrifft, wie z. B.  mahlen, malen; spüren, hören, stören, rügen, kehren, führen, rühren, etc., oder Mehl, Mahl, Saal, Staat, Blüte, Röhre, Strom, Dom, Ruhm, Bad, Boot, Stier, Bier, Bär, Beere, etc.. Dabei ist die Dehnung mit Verdoppelungstatt mit h logischer, was auch im Trierischen benutzt wird.

 

Ich wollte deswegen so genau wie möglich vorgehen, weil beim Verfassen vom Struwwelpeter in den verschiedenen Dorfdialekten das ja zum Thema gepasst hat, um dadurch ihre jeweiligen Eigenheiten heraus zu schälen, sonst wäre es ja ein schlechter  Vergleich. Denn die Dialekte im Banat haben sich zum Teil erheblich voneinander unterschieden und das allgemein „Banater Schwowisch“ ist ja im Großen und Ganzen eher ein saarländisch-rheinfränkisch-pfälzischer Durchschnitsdialekt. Mit dem eigentlich württembergischen „Schwäbisch“ hat der nur äußerst perifär etwas zu tun. Das kann auch meine Frau bestätigen, die ist eine waschechte gebürtige Tübingerin.

Ich hoffe nun dass die von mir ausgesuchte Schriftart von euch Neubeschenowarer angenommen werden kann. Wenn auch nicht im ersten Anlauf, so denke ich doch, dass man sich, nach einigen Leseversuchen, hineinfinden wird. Schließlich ist es ja „õnser Mõtterschbrooch“.